Energieausweis beim Immobilienverkauf in Österreich

Einen Energieausweis kann man mit einer Art “Pickerl” fürs Haus oder die Wohnung vergleichen. Genauso wie beim Auto ist auch bei Immobilienverkäufen dieses Pickerl verpflichtend. Die Idee dahinter ist, dass Gebäude mit unterschiedlicher Größe und unterschiedlicher Bauart in Bezug auf den Energieverbrauch miteinander vergleichbar gemacht werden. Dem Ganzen zugrunde liegt auch ein Umweltgedanke.

Was ist ein Energieausweis?

In einem Energieausweis sind verschiedene Kennwerte vermerkt. Beim Hausverkauf sind davon vor allem der Heizwärmebedarf (HWB) und der Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE) wichtig. Diese beiden Angaben müssen per Gesetz in jeder Verkaufsanzeige stehen. Die Faustregel lautet bei beiden Werten: Je kleiner, desto besser.

Der HWB beschreibt den Energiebedarf pro Quadratmeter beheizter Fläche in Kilowattstunden pro Jahr, der benötigt wird, um die Räume des Hauses auf einer Innentemperatur von 20 Grad Celsius zu halten. Bei einem HWB unter 50 handelt es sich um ein Niedrigenergiehaus, unsanierte Gebäude können Werte über 100 haben.

Der fGEE stellt einen Vergleich zu einem 2007 am gleichen Standort gebauten Niedrigenergiehaus her. Konkret: Ein fGEE von 1,8 gibt an, dass ein Haus 1,8 mal so viel Energie braucht, wie das Vergleichsobjekt mit niedrigem Energieverbrauch. Ein Wert unter eins beschreibt ein energetisch besseres Gebäude, ein Wert darüber ein energetisch schlechteres.

Brauche ich beim Hausverkauf einen Energieausweis?

Unbedingt! Der Heizwärmebedarf (HWB) und der Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE) müssen schon bei Werbeanzeigen für die Immobilie angegeben werden. Ein Verkäufer ist gesetzlich verpflichtet, einem Käufer entweder vor dem Vertragsabschluss oder binnen 14 Tagen nach Vertragsabschluss den Energieausweis (oder eine Kopie davon) auszuhändigen. Bei Eigentumswohnungen reicht ein Energieausweis des gesamten Gebäudes aus. Ein ausgestellter Energieausweis hat eine Gültigkeit von 10 Jahren.

Das Versäumnis, einen Energieausweis vorzulegen, stellt eine Verwaltungsübertretung dar und kann mit einer Geldstrafe bestraft werden. Es kann auch nicht vertraglich geregelt werden, dass auf einen Energieausweis verzichtet wird – solche Verträge sind nicht rechtsgültig.

Wer stellt einen Energieausweis für den Verkauf meiner Wohnung aus?

Berechtigt zur Ausstellung eines Energieausweises sind Gewerbetreibende bestimmter Sparten (Baumeister, Elektrotechniker, Gas- und Sanitärtechniker etc.) und Ziviltechniker (Architekten und Ingenieurkonsulenten für Bauingenieurwesen, Verfahrenstechnik etc.). Um einen geeigneten Energieausweis-Ersteller zu finden, kann auch eine Online-Recherche hilfreich sein. Es gibt länderspezifische und österreichweite Datenbanken, die entsprechende Fachleute auflisten.

Was kostet ein Energieausweis für einen Immobilienverkauf?

Es gibt keine gesetzlichen Regelungen, was die Kosten für Energieausweise anbelangt. Das bedeutet, dass es von vielen verschiedenen Faktoren abhängt, wie viel ein Energieausweis kostet:

  • Art des Objekts
  • Größe, Komplexität und Zustand des Gebäudes
  • Qualität und Vollständigkeit der Gebäudepläne
  • Berechnungsmethode
  • Stundensatz des Anbieters

Erhebungen der Arbeiterkammer haben gezeigt, dass die Kosten für einen Energieausweis je nach Anbieter variieren. Ein Preisvergleich ist also empfehlenswert, bevor ein verbindliches Angebot eingeholt wird. Beim Hausverkauf auf einen Energieausweis zu verzichten, lohnt sich jedoch nicht – es drohen nicht nur Verwaltungsstrafen, sondern auch nachträgliche Forderungen des Käufers.